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Handstempel sind die klassische Bauform: lackierter Buchenholzgriff, Schaumstoffschicht, konturgenau zugeschnittene Gummiplatte. Sie brauchen ein separates Stempelkissen, dafür sind Sie bei Größe und Farbe völlig frei. Hier finden Sie den Überblick über Griffarten, Formatgrenzen und die Frage, wann ein Handstempel dem Selbstfärber vorzuziehen ist.
Ein Handstempel besteht aus drei Bauteilen, die man beim Abdrücken gar nicht einzeln wahrnimmt: einem lackierten Griff aus Buchenholz, einer Schaumstoffschicht darunter und einer konturgenau zugeschnittenen Gummiplatte. Die Schaumstoffschicht ist dabei kein Füllmaterial, sondern das Bauteil, das den Anpressdruck über die gesamte Fläche verteilt und kleine Unebenheiten des Untergrunds ausgleicht.
Die Griffarten und wozu sie gehören
Standard ist der gedrechselte Rundgriff mit konischem Unterteil – er liegt gut in der Hand und eignet sich für die meisten Formate. Für lange, schmale Abdrücke wird eine gekehlte Leiste verwendet, weil sich damit der Druck über die ganze Länge gleichmäßiger aufbringen lässt. Kleine Motivstempel sitzen auf einem einfachen Stäbchen, das mit zwei Fingern geführt wird.
Handstempel oder Selbstfärber?
Der Handstempel gewinnt überall dort, wo Sie Freiheit brauchen. Die Größe ist praktisch beliebig wählbar, Sondermaße eingeschlossen, und die Farbe bestimmen Sie über das Kissen – auch Spezialfarben für Textil, Karton, Kunststoff, Glas oder Metall. Dazu kommt: Es gibt keine Mechanik, die verschleißen könnte. Der Selbstfärber ist dafür schneller, weil Kissen und Platte in einem Gehäuse sitzen.
Was der Handstempel von Ihnen verlangt
Ehrlich gesagt: ein paar Handgriffe mehr. Sie tupfen die Platte auf dem Kissen ab, setzen den Stempel auf und drücken ihn gerade herunter. Das Ergebnis hängt spürbar stärker von der Andrucktechnik ab als beim Selbstfärber. Wer zu stark drückt, bekommt zugelaufene Konturen, wer verkantet, einen einseitig blassen Abdruck. Nach zwei, drei Versuchen hat man es heraus.
Formate und ihre Grenzen
Runde Abdrücke reichen üblicherweise von 10 bis 80 mm Durchmesser. Rechteckige, quadratische und ovale Formate sind in nahezu jeder Abmessung möglich, mit Abdruckhöhen von 5 bis 100 mm und Breiten bis rund 130 mm. Ab etwa 100 mm Abdruckbreite wird allerdings ein Wiegestempel gefertigt: Er wird nicht aufgedrückt, sondern von einer Kante zur anderen abgerollt.
Das Kissen gehört dazu
Ein Handstempel wird ohne Kissen geliefert. Achten Sie darauf, dass das Kissen mindestens so groß ist wie der Abdruck – ein zu kleines Kissen ist die häufigste Ursache für Abdrücke, die an einer Ecke blass bleiben. Wischen Sie die Platte nach Gebrauch mit einem feuchten Tuch ab und lagern Sie den Stempel nicht dauerhaft auf dem Kissen, weil die Gummiplatte sonst mehr Farbe zieht, als für scharfe Konturen gut ist.
Wo Handstempel im Alltag stehen
In Kanzleien und Praxen dienen sie für Eingangs- und Sichtvermerke, in Werkstatt und Lager zur Kennzeichnung von Regalen, Behältern und Begleitpapieren. Vereine nutzen sie für Mitgliedsunterlagen, Handwerksbetriebe für Firmenangaben auf Lieferscheinen. Wer auf Stoffbeuteln, Verpackungen oder Karton stempelt, greift ohnehin fast immer zum Handstempel – weil nur hier die Farbe frei gewählt und jederzeit gewechselt werden kann.
Gestaltung des Abdrucks
Planen Sie rund 4 mm Abdruckhöhe je gut lesbarer Zeile ein. Die Schrift sollte 7 Punkt nicht unterschreiten, serifenlose Schnitte halten den Abdruck länger sauber als feine Serifenschriften. Linien und Rahmen brauchen mindestens 0,5 mm Stärke. Logos liefern Sie als Vektordatei oder als Pixelbild mit 300 bis 600 dpi in der späteren Abdruckgröße – alles darunter wird in Gummi unscharf.
Nein, das Kissen wird separat gewählt. Genau darin liegt der Vorteil: Sie entscheiden über die Farbe und können später auf eine Spezialfarbe für Textil, Kunststoff, Glas oder Metall wechseln, ohne den Stempel zu tauschen. Das Kissen sollte mindestens die Abdruckfläche abdecken.
Beim Selbstfärber sitzen Platte und Kissen in einem Gehäuse mit Mechanik, der Abdruck geht schneller. Der Handstempel hat keine Mechanik, die verschleißt, und lässt Ihnen die freie Wahl bei Größe und Farbe – auch Sondermaße sind möglich. Dafür brauchen Sie ein separates Kissen und einen Handgriff mehr.
Das ergibt sich aus der Abdruckfläche. Übliche Formate bekommen den gedrechselten Rundgriff mit konischem Unterteil, der gut in der Hand liegt. Lange schmale Abdrücke erhalten eine gekehlte Leiste, weil sich der Druck damit über die ganze Länge gleichmäßiger aufbringen lässt. Sehr kleine Motive sitzen auf einem einfachen Stäbchen, das mit zwei Fingern geführt wird.
Bis etwa 130 mm Abdruckbreite. Ab rund 100 mm wird die Fläche aber so groß, dass gleichmäßiger Druck von Hand schwierig wird – deshalb entsteht in diesem Bereich ein Wiegestempel, den Sie über das Papier abrollen statt ihn aufzudrücken. Die Bewegung sollte ruhig und in einem Zug erfolgen.
Meist wird der Stempel leicht verkantet aufgesetzt oder das Kissen ist kleiner als die Abdruckfläche. Setzen Sie den Stempel gerade auf, drücken Sie kurz und gleichmäßig, ohne zu kippen, und prüfen Sie, ob das Kissen die gesamte Platte erreicht. Im Zweifel wählen Sie ein Kissen eine Nummer größer.